DREI Jahre „ohne festen Wohnsitz“

Nun bin ich schon etwas über DREI Jahre „wohnungslos“ und bereue keine einzige Minute davon.

Am 20.11.2021 begann das „Abenteuer Plan C“ Form anzunehmen. An diesem tollen Herbsttag konnte ich das Schätzchen vom Vorbesitzer im südhessischen Trebur übernehmen. Dank der guten Behandlung durch die Familie Berkes und der trockenen, geschützten Unterbringung befand es sich in einem tadellosen Zustand und hätte eigentlich sofort seinen „Dienst“ aufnehmen können.

Trotzdem dauerte es noch bis Mitte 2022, bis der Umzug ins mobile Zuhause endgültig stattfinden konnte. Bis dahin und auch weiterhin gab und gibt es noch vieles nach meinen Wünschen zu verbessern.

Finanzgedöns

Nach über 20 Jahren Nutzung war auch die eine oder andere Reparatur nicht auszuschließen. Einige Baugruppen hatten sich „totgestanden“ oder sind dem versteckten Rost zum Opfer gefallen. Im Großen und Ganzen habe ich aber eine tolle Substanz übernommen und keine Dauerbaustelle.
Seit Beginn habe ich mir auch das eine oder andere unnütze Zubehör in den Einkaufskorb gelegt.
Vieles davon erachtete ich ursprünglich als sinnvolles Gadget für das mobile Leben, was sich im Endeffekt jedoch als „Quatsch“ herausgestellt hat.
Dazu zählen unter anderem eine „tolle“ Gasflaschen-Füllstandsanzeige, eine „Camper-Waschmaschine“, eine DVBT- und eine SAT-Anlage.
Alles in allem hält sich der „Unnütz-Betrag“ aber in Grenzen, sodass ich in dieser Hinsicht wenig Lehrgeld ausgegeben habe. 

Im Laufe der Zeit kamen dafür viele, aus meiner Sicht sinnvolle Anschaffungen oder Verbesserungen hinzu, darunter leider auch einige teure😐
Neben einigen Kleinigkeiten wie einer Einparkhilfe, einem Alarm-Tracker, einem Rückfahrwarner von Bosch, LED-Rückfahrscheinwerfern, LED-Beleuchtung für die Garage und einem Spannungswandler für mein Schlaf-Schnüffel-Gerät wurden aber auch einige „größere“ Investitionen getätigt:

Elektro-Modernisierung (Solar, Lithium-Akkus und dazugehörige Technik),
5G-Mobilfunk-Router
34″-Monitor(auch zum Fernsehen)
Yamaha-Soundbar mit Subwoofer
besseres Autoradio mit Navigationssystem
Twin-Rückfahrkamerasystem
Luftfederung
Klimaanlage 
Thitronik-Alarmanlage.

Einige Reparaturen und Austauschmaßnahmen wurden allerdings auch fällig: 
Gasanlage erneuern
TURBO-Austauschen ( 2 mal!),
Leuchtweitenverstellung auf elektrisch umrüsten,
6 neue Reifen
Bremsen,
Stoßdämpfer,
Keilriemen,
Wasserpumpe
Frontquerlenker
mehrere Verdunklung-Rollos
neue Markise
neue Heizung
neuer Fußbodenbelag 

Da der Lack schon ziemlich „rissig“ war und auch schon etwas in die Jahre gekommen war, musste dem Schätzchen ein neues Außenkleid verpasst werden. Dieser Prozess dauerte nicht nur eineinhalb Jahre, sondern war auch sehr kostspielig. Dafür haben wir nun zehn Jahre Garantie auf diese tolle Hülle.



Inklusive Kauf und den oben erwähnten Ausgaben ist das ganze also nicht gerade ein „billiges Hobby“.  Für die aufgewendeten Summen könnte ich aber definitiv ein solches rollendes Zuhause komplett, oder sogar neu kaufen. 
 
Kostentechnisch sollen auch die „Nebenkosten“ aufgeführt werden.:
Die über 1.000 Tage und Nächte schlugen mit ca. 7.300 € für Stell- und Campingplätze, ca. 40 € für Wasser und 371 € für Strom zu Buche. Das macht im Monat circa 250 € aus. 
 Allerdings habe ich dafür auch ein rollendes, wenn auch kleines Einfamilienhaus und lebe meinen Traum 😉

Lebe ich meinen Traum?
— JA —

32.000 Kilometer durch Europa!
Welcher DDR-Lehrer hätte das für möglich gehalten?
Ich selbst hätte zu Ossi-Zeiten allerdings auch niemals geglaubt, Weihnachten in Sevilla und Silvester in Córdoba feiern zu können.
Alleine schon die vielen, vielen Ecken, die wir erfahren haben und über 120 verschiedene Übernachtungsorte sind schon eine ganz tolle Erfahrung.
Das alles ohne große Unfälle oder Katastrophen.
Abgesehen von den andauernd, jährlich einmal abfallenden Blinkergläsern 😵‍💫 und zwei neue Frontscheiben wegen Steinschlägen, sind wir doch ziemlich vom großen Unheil verschont worden.
Von Lettland bis Portugal trafen wir soooo viele, meist tolle Menschen und Tiere. Das Leben ist so abwechslungsreich und hält noch so viel für uns bereit.

Wie weiter?

Ich bin jetzt offiziell alt (über 60 und Opa) und die Arbeit ist jetzt endlich auch (hoffentlich endgültig 😉) zu Ende.
Es wird also Zeit, dass ich meine weiteren Pläne vertiefe.
Der ganz „große Plan“ ist ja immer noch, die Spuren von Marco Polo zu erkunden.
Den nächsten Winter werden wir wahrscheinlich im schönen Portugal verbringen. An der Westküste hat es uns im letzten Jahr schon so gut gefallen, dass ich gerne wiederkommen möchte. Es ist bei weitem nicht so überfüllt wie an der spanischen Küste und dadurch viel ruhiger und entspannter. Wir wurden zwar vor dem „bösen Atlantikwinterwetter“ gewarnt, wurden aber schlussendlich doch sehr positiv überrascht. Natürlich ist es nicht so sonnig und warm wie an der Costa del Sol. Aber immer noch viel besser als im kalten Deutschland.
2026 hab den Sommer ich mal ganz grob für Skandinavien ins Auge gefasst. Zum Herbst und Winter soll dann der Trip via Ungarn, Rumänien und Bulgarien zur türkischen Riviera führen. Wir mal schauen, wie es sich im Winter dort leben lässt.
In der Türkei gibt es so viel zu entdecken, dass wir dieses Land vielleicht im Sommer 2027 bereisen werden.
Wenn sich alles richtig gut entwickelt, versuchen wir dann tatsächlich mal den „großen Plan“ in Angriff zu nehmen. Da soll es dann in Richtung Kaspisches Meer und von da aus bis zur Mongolei gehen.
Das sind alles noch unausgereifte Pläne und wie ich mich kenne, werde ich diese noch oft ändern und mich wie bisher einfach treiben lassen.

Rodgau im September 2025

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